|
|
|
|
VLN DMV Münsterlandpokal: Bonk holt dritten Titel 04.11.2010
Mit dem 35. DMV Münsterlandpokal endete am letzten Oktoberwochenende die 34. Saison der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Nach 2002 und 2006 stellt einmal mehr das Bonk Motorsport Team aus Münster die VLN-Meister. 2002 war Mario Merten noch alleiniger Titelträger ehe er 2006 zusammen mit Wolf Silvester die Meisterschaft gewann. In dieser Saison erkämpfte sich das Duo Merten/Silvester den Titel mit insgesamt 8 Klassensiegen in der am stärksten besetzten Klasse SP3, das sind modifizierte Fahrzeuge mit einem Hubraum von 1750 bis 2000ccm. Aufgrund der besonderen Punkteregelung in der VLN, die sich an der Teilnehmerzahl der jeweiligen Klasse orientiert, hatten Alexander Böhm, Carsten Knechtges und Philipp Leisen das Nachsehen. Sie waren zu spät in die SP3 gewechselt und konnten Merten/Silvester nicht mehr abfangen. Auch ein Ausfall im letzten Rennen gefährdete den Titelgewinn der Bonk-Mannschaft nicht mehr. Kurz nach dem Start war Merten im BMW Z4 von einem Konkurrenten getroffen worden. Wenig später verunfallte er aufgrund eines Folgeschadens, blieb aber unverletzt. Somit konnte das Team nach dem Fallen der Zielflagge den dritten Meistertitel zelebrieren. An Spitze des Feldes endete das Jahr, wie es begonnen hatte. Wie schon beim Auftaktrennen holte der gelbgrüne Porsche von Manthey Racing den Gesamtsieg. Pilotiert wurde der Porsche 911 GT3R von Arno Klasen, Lucas Luhr und Marc Lieb. Letzterer hatte in seinem Stint noch den Phoenix Racing Audi R8 niedergerungen und bei einsetzendem Regen, auch dank der richtigen Strategie, einen respektablen Vorsprung von über dreieinhalb Minuten auf den Audi herausgefahren. Insgesamt holte das Manthey Team in der Saison 2010 sieben von zehn Gesamtsiegen. Vier davon feierte man mit dem grüngelben Ratioparts-Porsche, drei weitere holte der schwarze Haribo Team Manthey Porsche.
Von den verbleibenden drei Rennen wurden zwei vom Team Mamerow gewonnen. Zu Beginn der Saison setzte das Team noch auf Rennfahrzeuge aus dem Hause Porsche und gewann den dritten und vierten Saisonlauf. Seit dem neunten Rennen startete die Mannschaft aber mit dem neuen Mercedes-Benz SLS AMG. Nach einem Ausfall beim Premierenrennen, feierte das Duo Christan Mamerow und DTM-Legende Bernd Schneider beim Saisonfinale mit dem dritten Rang die erste Zielankunft mit dem Mercedes. Dass der neue Mercedes echtes Siegerpotential besitzt, zeigte sich im neunten Saisonlauf, als das Team Black Falcon den Gesamtsieg einfuhr. Im zweiten Rennen für den SLS AMG konnte ein Kundenteam gleich die gesamte Porsche-Übermacht in die Schranken weisen. Dies hätte auch das Team von Phoenix Racing mit dem Audi R8 gerne geschafft. Trotz zwischenzeitlicher Führung blieb Marc Basseng und Frank Stippler einmal mehr nur Rang zwei. Bereits zum fünften Mal in diesem Jahr wurde das Team Phoenix auf den zweiten Rang verwiesen, auf einen Gesamtsieg warteten die Ingolstädter in diesem Jahr vergebens. Insgesamt könnte die Luft an der Spitze aber dünner werden. Zahlreiche Teams mit unterschiedlichen Fabrikaten haben mittlerweile Siegchancen, was eine spannende Saison 2011 verspricht. Neben Porsche, Mercedes und Audi überzeugte im Finallauf auch die GM Corvette von Christian Hohenadel und Lance David Arnold mit einem starken vierten Platz.
Weitere erfreuliche Nachrichten gab es beim Saisonfinale durch zwei Rückkehrer. Zum ersten Mal in diesem Jahr ging das Traditionsteam vom Johannes Scheid wieder an den Start. Nachdem er lange Jahre auf einen BMW M3 GTS gesetzt hatte, trat er nun mit einem BMW M3 GT4 an. Noch startete der Eifelblitz allerdings nicht im gewohnten blau, sondern in den BMW Werksfarben. Auf dem Wagen kamen mit Dirk Werner und Dirk Adorf auch zwei Werkspiloten zum Einsatz. Nach technischen Problemen in der Anfangsphase konnte das Team jedoch nur noch Testkilometer sammeln und landete in der Klasse SP10 auf Rang sechs. Klassensieger wurden hier Uwe Nittel und Wolfgang Weber auf einem Aston Martin V8 Vantage von Mathol Racing. Der zweite Rückkehrer war Nordschleifen-Spezialist Marcel Tiemann. Der 19fache Gesamtsieger war im Mai diesen Jahres bei einem GT-Rennen in Imola schwer verunglückt und hatte sich dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, einen Halswirbelbruch sowie gebrochene Rippen zugezogen. Obwohl die Genesung gut voran schreitet, ist an eine Rennteilnahme derzeit noch nicht zu denken. Dennoch war die Freude über das Wiedersehen bei den Fans, dem Manthey-Team und allen Konkurrenten natürlich groß. Ob Tiemann in der nächsten Saison auch als Fahrer wieder ins Lenkrad greifen kann, wird sich frühestens bei den Test- und Einstellfahrten im März 2011 zeigen.
(Text: Michael Behrndt/Matthias Behrndt)
Verwandte Themen:
Seite merken bei:
Weitere Themen: |
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||