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Mercedes-Benz CLS: Neuauflage mit neuer Linie
29.12.2010
Mut lohnt sich: Fast 180.000 Exemplare der ersten CLS-Baureihe konnte Mercedes-Benz seit 2003 verkaufen. Auch die Konkurrenz würdigt den Erfolg, Passat CC, Audis A7 und Aston Martin Rapide kopieren das Konzept. Nun stellt Mercedes die Neuauflage vor - und die zweite Generation ist eine überraschende Abkehr des Erfolgskonzepts. Der neue CLS gönnt sich reichlich Zitate anderer Baureihen des Hauses. Die Front erinnert an den SLS, die ausgestellten Radläufe an die S-Klasse, die Sicken auf den Seiten an die aktuelle E-Klasse. Die dynamische, italienisch wirkende, leichte Eleganz des Vorgängers wurde leider für eine deutlich maskulinere Linie aufgegeben. Ohne den Vorgänger zu kennen, würde man das Auto sicher als gelungenen bewerten, aber im direkten Vergleich wird der Rückschritt schnell deutlich - so zerschneidet die Kaubenkante über dem Kühlergrill nun die Front, die Scheinwerfer, nun optional in Voll-LED-Technik zu haben, sind grafisch einfacher, die Lufteinlässe in der Schürze größer geworden.
Natürlich hat der CLS seine Qualitäten, technisch bietet der Neue alles, was in den letzten Jahren entwickelt wurde, wenn auch zum Teil gegen kräftige Aufpreise. Ergebnis ist eine für die Größe sparsame Luxuslimousine mit deutlich sportlichem Akzent. Die elektronische Lenkung spricht präzise an, das Fahrwerk erlaubt, die bereitgestellte Leistung jederzeit zu nutzen, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen, und das Start-Stopp-System der Benziner reduziert den Verbrauch. Für die neuen oder überarbeiteten Motoren verspricht Mercedes mehr Leistung bei reduziertem Verbrauch. So soll der CLS 350 BlueEFFICIENCY mit 306 PS nur 6,8 Liter auf 100km verbrauchen. Das wird wohl auch möglich sein, allerdings unter Verzicht auf jede Fahrfreude. Richtig sparen wird der für März angekündigte 250CDI, dessen Vierzylinder-Diesel 204 PS leistet und mit 5,1 l/100 km (Normverbrauch) angekündigt ist. Wer mehr Leistung will, kann einen V8 mit 408 PS ordern, zudem gibt es noch den 350 CDI mit 265PS. Zwölf elektronische Assistenzsysteme, alle schon aus der S-Klasse bekannt, erhöhen die Fahrsicherheit und die Bequemlichkeit, wenn man bereit ist, den dafür aufgerufenen Aufpreis zu zahlen. Der Innenraum ist gediegen, die Verarbeitung so, wie man es von Mercedes erwartet und die Materialien sind der Preisklasse angemessen. Hier wird der Abstand zur E-Klasse, die die Basis des CLS bildet, besonders deutlich. Drei verschiedene edle Holzdekors, reichlich Leder und neu gestaltete Armaturen sorgen für eine eigenständige Möblierung des Viersitzers. Trotz der abfallenden Dachlinie sitzt man auch hinten bequem, nur der Einstieg ist etwas mühsamer als vorne. Mit über 500 Liter Kofferraumvolumen ist der neue CLS uneingeschränkt reisetauglich. Der CLS wird, gerade weil er deutlich maskuliner geworden ist, seine Käufer finden, auch wenn manch einer der Eleganz des Vorgängers nachtrauert - er wird wahrscheinlich sogar besser zu verkaufen sein. Der Aufpreis gegenüber einer vergleichbar ausgestatteten E-Klasse beträgt etwa 6000 Euro.
(Text: Dieter Roßbach )
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