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Citroën C-Zero: Sparen zu hohen Kosten
31.12.2010
Die Kooperation mit Mitsubishi gibt Citroën nicht nur Zugriff auf Geländewagentechnik sondern ermöglicht auch, eine eigene Version des Elektroautos M-IEV unter dem Namen C-Zero anzubieten und damit zu den ersten Großserien-Herstellern zu gehören, bei denen man schon heute ein Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor bestellen kann. Spartanische Innenausstattung, wenig wohnlich, Haptik und Optik sind für die Preisklasse nicht angemessen. Die schmalen 145er Reifen reduzieren den Rollwiderstand und verbessern so die Reichweite, aber die Optik leidet. Funktionelle Einschränkungen haben sie nicht, der C-Zero folgt willig den Lenkbewegungen, sportliche Fahrweisen und hohe Endgeschwindigkeiten sind ihm ohnehin fremd. Das Platzangebot auf den Vordersitzen ist gut, hinten für das Fahrzeugformat angemessen, der Kofferraum entspricht mit 227 Litern dem Angebot der konventionellen Konkurrenz in der Fahrzeugklasse, bei Bedarf kann er auf über 860 Liter erweitert werden. Die Zuladung von 255kg läßt eigentlich nur den Transport von Kindern und deren Schulsachen zu, der Zwischenhalt beim Supermarkt auf dem Heimweg von der Schule erlaubt kaum, noch zwei Wasserkästen einzuladen. Mit vier Erwachsenen kann der C-Zero schon überladen sein.
Die Bedienung ist denkbar einfach: Mit dem Schlüssel wird das Fahrzeug eingeschaltet, ein "Ready" im Zentralinstrument signalisiert die Fahrbereitschaft, der Getriebehebel wird auf D oder R geschoben - andere Optionen gibt es nicht - und los geht es. Der C-Zero fährt sich extrem unauffällig. Das liegt natürlich erst einmal am Motorgeräusch, es fehlt nämlich. 49 kW/67 PS wären für einen Benziner viel zu wenig, aber hier ist ein Elektromotor eingebaut: Schon von Stand weg gibt es üppige 180Nm Drehmoment, daher zieht der kleine Citroën zügig von der Ampel weg und hält auch mit stärker motorisierten Fahrzeugen mit. In 5.9 Sekunden ist man auf Tempo 50. Seine Stärke liegt in einem stadtgerechten Geschwindigkeitsbereich bis etwa 80 km/h, darüber wird es zäh, und die Reichweite leidet deutlich. Wirklich leise ist es in der kleinen Schachtel allerdings nicht, das hohe Abrollgeräusch der Reifen wird durch nichts überdeckt und meldet präzise, wie der Straßenzustand ist. Das wird noch durch eine Abstimmung verstärkt, die nicht auf Citroën-Niveau ist. Positiv ist neben den kompakten Außenmaßen auch der Wendekreis von rund 9m des Fünftürers. Die Reichweite hängt stark von den Umgebungsbedingungen, der Beladung und dem Fahrprofil ab. Winter und Sommer sind nicht die bevorzugte Jahreszeit, da Heizung und Klimaanlage Stromfresser sind. Regnen sollte es auch nicht, Dunkelheit ist auch schlecht, also fährt man weite Strecken besser an sonnigen Nachmittagen im Frühling oder Herbst, wenn man die versprochenen 150km weit kommen möchte. Spätestens dann ist Schluss, meist aber schon deutlich früher. Mehr als 100km sollte man ohne Nachladen nicht planen. Dann will der C-Zero an die Steckdose, für etwa 30 Minuten an eine Schnellladestation, die die Batterie auf 80 % auffüllt, oder für sechs Stunden an eine normale Haushaltssteckdose für eine volle Ladung. Citroen verspricht 1500 Ladezyklen als mindeste Lebensdauer. In Summe ergibt das sehr geringe Betriebskosten. "Tankt" man Nachtstrom, verbraucht der C-Zero für rund 1,80 Euro Energie auf 100 km. Dazu kommen die niedrigen Wartungskosten: Kein Ölwechsel, kein Kerzenwechsel, kein Zahnriemen, wenige Nebenaggregate ergeben eine Summe von etwa 80 Euro für die Jahresinspektion. Die Aufpreisliste ist extrem kurz, außer einer optionalen Metallik-Lackierung lassen sich nur Ausstattungsmerkmale buchen, die beim Händler nachgerüstet werden können, der C-Zero läuft also als Einheitsmodell vom Band. Wer nun ein vollständig ausgestattetes Fahrzeug der Luxusklasse erwartet, immerhin muß man für knapp 3,5m Auto 35.165 Euro aufbringen, der wird enttäuscht, allerdings sind alle wichtigen Dinge, wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Fahrersitz-Heizung, CD-Radio und eine komplette Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags und ESP vorhanden. Selbst wenn der C-Zero nun in den Preislisten von Citroën steht, wirklich verfügbar ist er 2011 noch nicht. Für Deutschland sind etwa 1000 Fahrzeuge vorgesehen, von denen rund die Hälfte verkauft ist - an Unternehmen, die sich mit einer grünen Fahrzeugflotte schmücken wollen oder die die Technik testen wollen.
(Text: Dieter Roßbach ) Seite merken bei:
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