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Aktualisiert am 01.08.2010
© 2010 virto GmbH
Alfa Romeo 1.4 TB 16V QV: Schnell und grün

08.03.2010

pfeil  Technische Daten  

Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V  MultiAir Quadrifoglio Verde
Signalfarben bevorzugt: Der Mito QV gehört zu den Schnellen auf der Straße.
Lupe

135 PS waren einmal gut genug für einen Porsche 911t oder einen BMW 2002 tii, aber heute ist das nur guter Durchschnitt unter den leistungsstarken Kleinwagen. Natürlich ist man damit nicht untermotorisiert, aber mehr Leistung ist, auch im Blick auf die steigenden Gewichte, gerne gesehen. Für Marken wie Alfa Romeo, die einen treuen Kundenstamm haben, der sich auch über hundertjährige Geschichte als erfolgreicher Motorsportler definiert, kann Selbstbeschränkung also nicht die Leitlinie der Modellpolitik sein. Nachdem die Konkurrenz von Mini bis VW schon lange zügig der 200-PS-Marke entgegenrüstet, legt der Mailänder Hersteller nun die 170PS starke Quadrifoglio-Verde-Variante nach und verkürzt zumindest den Abstand zum Wettbewerb.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Kleeblatt-Ausgabe nicht sehr von den schwächeren Brüdern - die Blenden um Scheinwerfer, Rückleuchten und Außenspiegel sind titangrau eingefärbt, passend dazu gibt es dunkel lackierte Räder. Auch innen gibt es Mito pur, bis auf die weiße Instrumentenbeleuchtung und besondere Sitzbezüge, die dieser Variante vorbehalten sind. Platzangebot und Zuladung sind gleich geblieben, die Materialanmutung ist klassengerecht.

Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V  MultiAir Quadrifoglio Verde
Der Schalter zum Glück: Nur im DNA-Modus zeigt der Mito seine sportlichen Fähigkeiten
Lupe

Das alles wird den Alfa-Fan nicht wirklich stören, da der Mito ohnehin sehr sportlich auftritt. Für ihn zählen die inneren Werte, und da kann der Quadrifoglio Verde punkten. Wobei der erste Eindruck enttäuscht: Wo sind nur die versprochenen 170 PS? Es geht überraschend zäh voran, die schon vergessene Turbo-Gedenkminute scheint wiederbelebt worden zu sein. Erst nach einer kurzen Besinnung schiebt der Motor an und direkt willig hoch bis in den Drehzahlbegrenzer, begleitet von einem deutlich sportlich ausgelegten Sounddesign. Allein, echte Begeisterung kommt nicht auf. Erst der Griff zu diesem kleinen Schalter rechts oben neben dem Schalthebel läßt den Mito zum Alfa werden: plötzlich ist das Turboloch abgeschaltet, der Gasfuß kommandiert den Geschwindigkeitszuwachs ohne Verzögerung. Im DNA-Modus wird der Mito zum Kompakt-Sportwagen - die direkte Gasannahme, die deutlich straffere Lenkung und das um 20 Nm auf 250 Nm angehobene Drehmoment summieren sich zur reinen Fahrfreude. Stand bisher der "verde"-Aspekt im Vordergrund - immerhin verspricht Alfa Romeo einen Normverbrauch von nur 6 Liter auf 100km - werden jetzt Beschleunigungsverhalten und Endgeschwindigkeit die wichtigeren Werte. Hier darf noch einmal der Vergleich mit den - deutlich leichteren - 911S und 2002 turbo aus den Siebziger Jahren gezogen werden: Der Mito schlägt beide, denn er spurtet von 0 bis 100 km in 7,5 Sekunden und scheitert nur knapp an der 220 km/h-Marke. Das sollte im Alltag reichen. Wer nun fragt, wo der Fortschritt geblieben ist: Damals gab es weder Klimaanlage noch Airbags, und man musste doppelt so viel Treibstoff einsetzen, um diese Leistung zu erreichen.

Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V  MultiAir Quadrifoglio Verde
Der Innenraum unterscheidet sich kaum von den anderen Varianten.
Lupe

Der Spass nimmt noch zu, wenn man den Mito mit dem - erstmals in dieser Klasse - optional angebotenen aktiven Fahrwerk ordert. Das ist eine gute Wahl, denn nun sind keine Kompromisse wie bei den eher etwas hart abgestimmten Normalversionen mehr notwendig. Im Normalbetrieb bietet der kleine Alfa einen deutlich besseren Fahrkomfort, der zusammen mit der "Turboloch"-Charakteristik in der Stadt und beim Bummeln über die Landsträße zu niedrigen Verbräuchen und entspannten Insassen führt. Die Antriebsschlupfregelung (ASR) und ESP sorgen zuverlässig dafür, dass das Drehmoment die Vorderräder nicht überfordert, für extreme Situationen werden die beiden Hilfen zur elektronischen Differenzialsperre gekoppelt. Der Sportmodus des Fahrwerks ist an den DNA-Modus gebunden. Die Abstimmung wird merklich straffer. Je ein Sensor an den vorderen Dämpfern und weitere drei im Fahrzeug messen ständig die Gierrate und die Beschleunigungswerte, die Dämpfer werden an Hand dieser Werte in Zug- und Druckstufe verändert. Das alles ergibt ein bemerkenswert agiles Fahrverhalten, hohe Fahrstabilität und verbesserte Brems- und Beschleunigungswerte, da sowohl die Roll- als auch die Eintauchneigung des Fahrzeugs deutlich reduziert werden. Es bleibt sogar mehr als nur ein Restkomfort - der bescheidene Aufpreis von 600 Euro sind gut angelegt. Neu ist auch das Start-Stop-System, vollkommen unauffällig arbeitet - und zur Grundaustattung gehört.

Der neue Motor passt gut zum Mito - ein handlicher Zweisitzer, der auf den Rücksitzen auch Raum für Erwachsene ohne Platzangst oder Kinder bietet. Aber wer will schon das Leistungsgewicht des Pakets durch zu viele Mitfahrer ruinieren? Was bleibt, ist ein kleiner Leistungsrückstand auf die Klassenbesten, den eine GTA-Version schliessen könnte. Und dass die DNA-Aktivierung nicht als Grundeinstellung wählbar ist. Das aktuelle Angebot startet bei 20.950 Euro, unter Ausnutzung aller Ausstattungsoptionen kommt man nahe an die 30,000 Euro heran.

(Text: Dieter Roßbach )
(Bild: Dieter Roßbach, Alfa Romeo )

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