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Alfa Giulietta 1.4 Multi Air: Schick und sportlich, sparsam und vernünftig
16.05.2010
Mit der neuen Giulietta will Alfa Romeo an den Erfolg des 147 anknüpfen, und die Reaktivierung des Traditionsnamens ist Programm: Die kleine Limousine, die 1955 auf den Markt kam, war der erste Alfa Romeo für den Massenmarkt. Schick und sportlich, sparsam und vernünftig war die Stufenhecklimousine und machte Alfa-Qualitäten einer breiten Käuferschicht zugänglich. Die neue Giulietta will gleiches und scheut auch nicht den Vergleich mit dem Klassenprimus VW Golf. Sowohl von Preis und Ausstattung wie auch den Betriebskosten präsentiert sich der Viertürer als besonders wirtschaftliches Angebot, das in allen Belangen mit den Klassenbesten im C-Segment mithalten kann. Während der Wolfsburger kühle Vernunft inszeniert, feiert die Giulietta italienische Emotionalität. Die markante Seitenlinie, der schwebend in die Front eingelassene "Scudetto" und die spiralförmig leuchtenden LEDs im Heck verlangen vom Besitzer ein klares Bekenntnis zur Individualität.
Was die Form verspricht, löst die Leistung des 170 PS starken und drehfreudigen 1,4-Liter-Benziner mit der variablen Ventilsteuerung "Multi Air" ein. Dank Turbolader und Multiair-Technologie erreicht das Triebwerk im Dynamic-Modus bis zu 250 Nm Drehmoment. Damit absolviert die Giulietta den Spurt von Null auf Tempo 100 in 7,8 Sekunden und beschleunigt auf maximal 218 Stundenkilometer. Wenn man diese Leistung ausspielt, hat das natürlich Auswirkung auf den Verbrauch, der sich dann im zweistelligen Bereich bewegt. Im komfortorientierten "N"-Modus des DNA-Schalters lässt sich der Verbrauch dank Schaltempfehlung und serienmäßiger Start-Stopp-Automatik auf 5,9 Liter im Normzyklus drücken, was in Verbindung mit einem CO2-Ausstoß von 137 g/km ein sehr guter Wert ist. Beim Fahrwerk kommt eine grundlegend überarbeitete Vorderachse und eine neue hintere Mehrlenker-Konstruktion zum Einsatz, die eine neue Dimension in Handling und Präzision öffnen. Im Zusammenwirken mit der elektromechanischen Servolenkung sowie einem elektronischen Sperrdifferential an der Vorderachse ergibt sich eine spontane und agile Direktheit, die puren Fahrspass bringt, gleichzeitig aber genügend Sicherheitsreserven bietet. Dank der weitgehend komplett neu entwickelten Plattform ist der kompakte Alfa gegenüber dem Vorgänger 147 in allen Dimensionen gewachsen. Der Radstand beträgt nun 2,63 und die Länge 4,35 Meter, was für mehr Knieraum in der zweiten Reihe und für mehr Laderaum im Heck sorgt. Das Gepäckabteil fasst nunmehr 350 Liter und damit genau so viel wie beim VW Golf. Aber es geht nicht nur um Raumgewinn: Priorität bei der Entwicklung hatte gleichfalls die Erhöhung der Sicherheit. Zusätzliche Lastpfade sollen ein sehr gutes Crashergebnis auch ohne Knieairbag möglich machen. Zusätzlich sorgen sechs Airbags, aktive Kopfstützen vorn und ESP mit Antriebsschlupfregelung und elektronischer Differenzialsperre für aktiven und passiven Schutz.
Auch innen ist die neue Giulietta sportlich. Fahrer und Beifahrer sitzen auf gut konturierten Sitzen, und der Pilot dirigiert den Kompakten mit einem gut zur Hand liegenden Lenkrad und dem kurzen Hebel des serienmäßigen Sechsganggetriebes, das sich knackig schalten lässt. Tacho und Drehzahlmesser liegen direkt im Blickfeld und überzeugen durch klare Struktur und präzise Information. Dagegen wirkt die Mittelkonsole mit Radio und Klimatisierung ein wenig barock. Einen schönen Akzent dagegen bieten die Kippschalter, mit denen sich diverse Funktionen abrufen lassen. Bemerkenswert ist, dass die Giulietta trotz neuer Größe kaum mehr als der Vorgänger wiegt und mit weniger als 1,3 Tonnen auch leichter als die Konkurrenz von VW und Opel ist. Später im Jahr folgt der Quadrifoglio Verde mit einem 235 PS als Topmodell, und auch ein Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Stufen ist in Vorbereitung. Der Preis für die 170 PS starke Limousine beginnt ab 22 400 Euro, der kleine Benziner mit 120 PS beginnt bei 19 900 Euro.
(Text: Rainer Roßbach )
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