VWs Bulli Werkstatt
Die Preise für VWs Boxertransporter gehen durch die Decke. Für den Gegenwert eines perfekten frühen Samba kann man sich etwa zwei gute Ferrari Testarossa der Jahre 1984 bis 1996 leisten - immerhin Mittelmotorsportwagen mit V12-Motor und geadelt durch das "Cavallino Rampante". Der VW dagegen hat 23 Fenster, einen 1200-ccm-Vierzylinder-Boxer mit 34 PS und ist alles in allem ein nüchterner Geselle, dessen Schönheit sich erst im Vergleich mit der zeitgenössischen Plastikkultur enthüllt. Er verströmt jedoch intensiv den Geist von Woodstock und ist das Vehikel der kalifornischen Surferkultur - ein Sympathieträger mit ewig lächelndem Gesicht. Objektiv betrachtet ist der frugale Transporter, wenn auch robust und langlebig, sehr teuer. Der Geschmack von Freiheit, Ungebundenheit und einem Leben jenseits bürgerlicher Beschränktheit lässt jedoch manchen für die kleinen Fluchten tief in die Tasche greifen.
Mit "Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer" haben die Wolfsburger eine Abteilung aufgebaut, die das Erbe des Bulli pflegt. Eine seit 2007 entstandene Sammlung verfügt in Hannover über 7000 Quadratmeter Fläche und besteht mittlerweile aus rund 100 Fahrzeuge aller Epochen. Hier gibt es alles. Von der Feuerwehr-Drehleiter über etliche Handwerker-Kastenwagen, Sambas, Doppelkabinen und Hippiemobile bis zum Westfalia-Camper breiten sich die Kleinlaster aller Baujahre in der Halle aus, die meisten davon toprestauriert.
Gepflegt werden soll aber nicht nur das Museums-Inventar, sondern auch jeder andere Transport-Boxer, der es nötig hat. Dafür steht jetzt eine komplette Werkstatt zur Verfügung einschließlich Blechbiegebank, Motorenrevision, Dreh- und Fräsmaschinen sowie einer eigenen Lackiererei. 13 Mitarbeiter erfüllen jeden Wunsch. Von der Teil- oder Vollrestaurierung, Lackaufbereitung bis hin zur simplen Inspektion wird alles gemacht und es gibt, als besonderen Service, ein Werks-Zertifikat sowie eine ausführliche Dokumentation der Arbeit. Jeder Restaurierungsschritt wird fotografiert und detailliert beschrieben. Die Ersatzteile kommen, soweit vorhanden, aus dem Bestand von Volkswagen und garantieren größtmögliche Originalität.
Beim kompletten Wiederaufbau wird nichts weniger versprochen als ein Zustand besser als das Original und der Preis dafür beträgt moderate 80 Euro die Stunde. Von diesen können allerdings viele anfallen. Sollte die Preisentwicklung aber anhalten, ist es möglicherweise ein gutes Geschäft. Schade nur, dass alle Hippies, Aussteiger, Surfer und Lebenskünstler, die dem Mythos Leben gegeben haben, sich keinen Bulli mehr leisten können.
VW T1, Transporter, 1950 |
VW T1 Pritschenwagen, 1959 |
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VW T1 Samba-Bus, 1963 |
VW T1 Doppelkabine, 1966 |
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VW T2 im Hippie-Look, 1973 |
VW T2 Westfalia Camper, 1978 |
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VW T3 B32 mit Porsche-Motor und Fuchs-Felgen, 1985 |
VW T3 TriStar Doppelkabine, Synchro, 1987 |
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VW T3 Limited, 1992 |
VW T2, wassergekühlt, aus Brasilien, 2007 |
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Vor der Arbeit wird jeder Bulli in der Werkstatt eingehend geprüft. |
Restaurierungsobjekte jeden Zustands werden wieder perfekt in Form gebracht. |
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Besonders wichtig ist die genaue und sorgfältige Bearbeitung der Karosserie. |
Nach der Lackierung erfolgt die Montage von Mechanik und Möblierung. |
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Autor: Rainer Roßbach
Fotos: Rainer Roßbach
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