Abarth SE020 - Dreiliter-V8 für die Rundstrecke
Die Geschichte von Abarths Dreiliter-Prototypen beginnt 1968. In diesem Jahr wird der vorhandene Zweilitermotor auf 2968 Kubikzentimeter aufgebohrt und zum Einsatz gebracht. Der 3000 V8-Spider verfügt über eine Leistung von 350 PS und soll den Turiner Rennstall neu positionieren: so ist etwa die Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans geplant. Obwohl gemeldet, tritt der SE013 aufgrund technischer Probleme und mangelnder Leistung nicht zum Rennen an.
Es bleibt bei sporadischen Einsätzen. Der Schweizer Peter Schetty gewinnt 1968 ein Rennen im österreichischen Aspern und im folgenden Jahr beendet Arturo Merzario die 500 Kilometer von Imola als Dritter - jedoch mit vier Runden Rückstand auf den Sieger Jacky Ickx auf Gulf Mirage.
Der für die Rundstrecke entwickelte SE020 soll 1970 die Wende bringen: Abarth konstruiert ein schmaleres Rohrrahmen-Chassis mit flacher Frontscheibe, bei dem der Fahrer weiter vorne platziert ist. Der zentral montierte V8 leistet nun 365 PS. Das Schwestermodell SE022 mit einem hohen Windschutz ist für die Teilnahme an der Berg-Europameisterschaft vorgesehen.
Der SE020 soll an der Internationalen Markenmeisterschaft teilnehmen. Ein Plan, der zum Scheitern verurteilt ist, denn die Dreiliter-Konkurrenz von Alfa-Romeo, Ferrari und Matra mobilisiert mindestens 100 PS mehr. So bleibt nur der Einsatz in der Bergeuropameisterschaft.
Und auch der Verkauf, für Abarths Firma überlebenswichtig, kommt nicht voran. Nur wenige Rennfahrer sind bereit, für ein wenig konkurrenzfähiges Fahrzeug 19 Millionen italienische Lire hinzulegen. Der Dreiliter-Prototyp bleibt ein Ladenhüter und beschleunigt das Ende von Carlo Abarth als Herr im eigenen Haus.
Im Sommer 1971 übernimmt Fiat das Unternehmen und schlägt 1972 mit dem Abarth-Osella ein neues, erfolgreicheres Kapitel auf.
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Der niedrige Windschutz weist den SE020 als Rundstrecken-Prototypen aus.
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Abarths selbstkonstruiertem V8 mangelt es an Leistung. |
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Autor: Rainer Roßbach
Fotos: Rainer Roßbach
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