Retromobile 2022

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Verspätet zwar, weil von Traditionstermin im Januar auf März verschoben, aber nicht wieder, wie 2021, komplett abgesagt, öffnete die Retromobile am Dienstag Abend die Türen zur Halle 7 im Austellungsgelände in Vncennes. Für langjährige Besucher ist das eine Rückkehr zu alten Zeiten, die zwei Etagen in halle 7 waren vor zehn Jahren groß genug, um das Angebot aufnehmen, danach wuchst die Veranstaltung und nutzte die größeren Hallen 1 und 2. Nun kehrte man also wieder zum Ursprung zurück, Corona-bedingt und vielleicht auch der Verschiebung geschuldet, da sich nun eine Konkurrenz zu anderen Veranstaltung in den kommenden Wochen ergab.

So konnte auf jedenfalls kein Gefühl der Leere durch unbelegte Standplätze entstehen, obwohl viel große und bekannte Namen fehlten. Außer Renault, die fünfzig Jahre R5 im großen Stil feierten, und Citroen, die mit 75 Jahre HY, 50 Jahre SM und GS und 40 Jahre BX gleich vier Jubiläen zu feiern hatten, fehlten alle anderen Hersteller. Hall & Hall, meinst mit hochpreisiger Renntechnik im Angebot, Mierbach, Lüthi, Kienzle hatten alle den Planungsaufwand für die Messe gescheut, um sich vor einer weiteren Absage zu schützen. Trotzdem war Paris wieder einen Besuch wert und der eine oder andere kleinere Aussteller wird sich über die höhere Aufmerksamkeit für seinen Stand gefreut haben.

Renault R5 Alpine, in der Farbe und mit Gotti-Rädern ein Traum

Das Titelthema 2022 war Amede Gordini gewidmet und die Ausstellung mit Exponaten aus der Schlumpf-Sammlung und von privaten Eignern bot einen wundervollen Überblick, Blickfang war allerdings nicht die Renntechnik, sondern der alte Renntransporter. Der wiederum war zwar kein Original, das auf einem Lancia-LKW aufgebaute Fahrzeug ist verloren gegangen, aber eine gelungene Interpretation auf Basis eines zeitgenössischen Laffly-LKWs.

Neuinterpretation des Gordini-Renntransporters aus den fünfziger Jahren

Die Retromobile steht, mehr als jede andere Messe für klassische Fahrzeuge, auch für ein besonderes Angebot an Rennsporttechnik. Sowohl bei der Articurial-Auktion wie auch bei verschiedenen Händlern war mehr zu bekommen, also man in diesem Jahr hätte erwarten können. Wer bereit war, ein paar Millionen auszugeben, der konnte sie auch loswerden.

Die Auktionsfläche war größer als sonst, was dem Zugang zu den angebotenen Fahrzeugen zu gute kam. Articurial kam mit dem gewohnt bereiten Spektrum nach Paris, Höhepunkte waren ein Porsche 907, eine 935 RSR des alten kölner Gelo-Teams und ein Gordini mit Fangio-Historie.

Wem das alles zu teuer war, der konnte auf dem Marktplatz vielleicht etwas finden, das seinen finanziellen Verhältnissen besser entsprach. Neben dutzenden Minis und Enten gab es auch echte Besonderheiten wie das Fiat Metrett 850 Coupé und zwei Fiat 850 Familiare.